Eine Mama von zwei Kindern
Ich bin Rada, Mama von zwei Kindern. Im Juni 2021 kam mein Sohn Djordje auf die Welt. Wie sehr er meinen Blick auf die Welt veränderte und wie besonders die Zeit mit ihm war, konnte ich damals noch nicht einmal erahnen. Meine Schwangerschaft und auch die Geburt von Djordje waren völlig unauffällig. Jedoch wurde er kurz nach der Geburt in die Kinderklinik verlegt, da der Verdacht bestand, er habe sich bei der Geburt am Fruchtwasser verschluckt.
Unser Familienglück hielt leider nur kurz an. Wenige Tage nach der Entlassung verschlechterte sich Djordjes Gesundheitszustand, und wir mussten erneut wegen einer Lungenentzündung in die Klinik. Sechs Monate habe ich für mein Kind und meine Familie gekämpft wie eine Löwenmama, mein Mann Mladen hat mir den Rücken freigehalten. So konnte ich Tag und Nacht an Djordjes Seite sein.
Bereit, alles für mein Kind zu tun
Mit dem Ziel, als Familie zu viert zu Hause leben zu können und dafür alles Notwendige zu erlernen, wurde ich mit Djordje im Haus Atemzeit aufgenommen. Ich habe es als meine Aufgabe verstanden, ihn durch sein Leben zu tragen und zu unterstützen. Die Schwestern waren immer an meiner Seite und vor allem in der Nacht eine sehr große Stütze für mich.
Djordje stabilisierte sich unterdessen weiter. Er wirkte entspannter und zufriedener als in der Klinik, auch die pulmonale Situation verbesserte sich. Es war eine Zeit, in der es vermeintlich bergauf ging – und dennoch wollten meine Tränen nicht aufhören zu fließen.
Ich bin jetzt eine Sternenmama
Am Heiligen Abend verschlechterte sich Djordjes Gesundheitszustand so akut, dass er in die Klinik musste. Im Laufe der Tage stellte sich heraus, dass er unter Krampfanfällen litt. Die Therapien der Epilepsie schlugen nicht an, und die Behandlungsoptionen wurden immer weniger. Jeden Moment mit ihm habe ich in mir aufgesogen.
„Mit dem letzten Wort des Pfarrers machte Djordje seinen letzten Atemzug. Einer der friedlichsten, schönsten und zugleich der traurigste Moment in meinem Leben."
Ich schreibe diese Zeilen, weil ich den Eltern Mut machen möchte, jeden Moment zu genießen und nicht mit dem Schicksal zu hadern oder den Glauben und die Hoffnung zu verlieren – egal, welche Entscheidung man trifft. Wir, mein Mann und ich, hoffen, dass unsere Geschichte anderen Eltern in einer ähnlichen Situation helfen kann. Eure Rada.


